Gründer wollen Digitalisierung forcieren

Fünf Schülergruppen nahmen an Wettbewerb teil. Die drei Sieger wollen ihre Idee umsetzen.
Quelle: RGA/Autor: Lara Hunt / Foto: © Roland Keusch

Die Geschäftsidee von Leonard Gier, Shayan Ansari und Marcel Maier kam bei der Präsentation auch bei der Konkurrenz an. Für den Gründerpreis haben sie das System „Smartschool“ entwickelt. „Wir wollen unseren Beitrag leisten, um die Digitalisierung an Schulen voranzutreiben“, erklärte Leonard Gier am Donnerstag bei der Preisverleihung in der Sparkasse Remscheid.

 Die Schüler des Röntgen-Gymnasiums (Rögy) wollen ein einheitliches, cloudbasiertes Computerprogramm für deutsche Schulen entwickeln, das Stundenplan, Kalender, Unterrichtsmaterialien und mehr bündelt. Und das vor allen Dingen so einfach konzipiert ist, dass es Lehrer bedienen können, die mit Technik nichts am Hut haben. „Jeder kennt das: Ein Lehrer will einen Film zeigen und dann geht es los“, sagte Shayan Ansari und bekam als Antwort aus dem Publikum wissendes Gekicher.

Schüler sollen in die Welt der Unternehmer hineinschnuppern

Nicht nur die anderen Teilnehmer des Gründerpreises fanden die Geschäftsidee „Smartschool“ sinnvoll – auch die Fachjury bestehend aus Finanz- und Wirtschaftsexperten war überzeugt. Am Donnerstag bekamen die drei Entwickler die Siegerurkunde für den Deutschen Gründerpreis in Remscheid verliehen – zusammen mit 500 Euro Siegerprämie.

Bereits seit mehreren Jahren nehmen das Röntgen-Gymnasium und das Berufskolleg Wirtschaft und Verwaltung am Gründerpreis teil. Fünf Monate lang entwickeln Schüler-Teams fiktive Geschäftsmodelle, inklusive Businessplan und Marketingstrategie. Die Sparkasse, die den Preis mit anderen Partnern ausschreibt, will damit den Unternehmergeist stärken.

„Irgendwann starten Sie ins Berufsleben – dann können Sie überlegen, ob Sie in ein Angestelltenverhältnis gehen oder vielleicht Unternehmer werden“, sprach Sparkassen-Sprecher Markus Kollodzey die jungen Teilnehmer an. „Sie haben jetzt fünf Monate harte Arbeit hinter sich und eine Vorstellung, was es bedeutet, Gründer zu sein“, fügte er hinzu.

Das bestätigten die fünf Gruppen, die unterschiedliche Ideen durchgeplant hatten. Die Gruppe „Tracefinder“ aus dem Röntgen-Gymnasium erreichte mit der Idee, eine Handyhülle so auszustatten, dass das Handy bei Verlust wiedergefunden werden kann, Platz 5. Den 4. Platz gab es für das Team „Sweetea“ vom Berufskolleg Wirtschaft und Verwaltung. Die Schüler hatten das Konzept entwickelt, Teebeutel auf den Markt zu bringen, bei denen der Zucker – in verschiedenen Stärken – integriert ist.

Platz 3 belegte das Team „Akku Swap“, ebenfalls vom Berufskolleg Wirtschaft und Technik. Sie hatten die Idee, ein Kabel und eine App zu entwickeln, die es ermöglichen, Energie von einem Smartphone-Akku auf einen anderen zu übertragen. Dafür gab es 100 Euro.

Mit Energie hatte auch das Team „Runnergy“ vom Röntgen-Gymnasium zu tun. Sie nahmen mit ihrer Geschäftsidee bereits zum zweiten Mal am Gründerpreis teil: Laufschuhe entwickeln, die mit Hilfe von Druckplatten beim Laufen Energie produzieren. Im vergangenen Jahr belegten sie Platz 4 und 5, diesmal reichte es für Platz 2 und 250 Euro. Die Teilnehmer – Schüler aus der Q1 – kündigten an, es im nächsten Jahr noch einmal zu versuchen.

An ihrem Projekt dranbleiben wollen auch die Sieger Leonard Gier, Shayan Ansari und Marcel Maier, die sich rheinlandweit über den 20. Platz freuen konnten. „Wir haben so viele positive Rückmeldungen bekommen, dass wir das Programm jetzt wirklich entwickeln werden“, kündigte Ansari an.

ssk gruenderpreis

Glückliche Sieger: (vorne, v. l.) Leonard Gier, Shayan Ansari und Marcel Maier mit (hinten, v. l.) Markus Kollodzey, Lehrer Matthias Heming mit Tochter Hannah, Lehrer Matthias Nagel und Sparkassen-Gründerpreis-Betreuerin Silke Weber-Wönkhaus. © Roland Keusch