Auch das Röntgen-Gymnasium ist mit dem Berufswahl-Siegel ausgezeichnet worden:

Schritt für Schritt sollen Jugendliche an den Beruf herangeführt werden

Lehrerzimmer statt Schulhof: Mera hat für eine Woche die Seiten gewechselt. Statt selbst die Schulbank in der Albert-Einstein-Gesamtschule (AES) zu drücken, absolvierte sie ein Praktikum als Lehrerin am Gertrud-Bäumer-Gymnasium. Erkenntnis: "Jetzt weiß ich, dass ich keine Lehrerin werden will."

Selbstgewählte Praktika ganz außer der Reihe wie das von Mera sind an der AES an der Tagesordnung. Sie sind Bausteine des Berufswahl-Konzeptes der Schule, die vor wenigen Tagen erneut als besonders vorbildlich ausgezeichnet wurde: Schon zum zweiten Mal erhielt die AES das "Berufswahlsiegel für vorbildliche Berufsorientierung".

Wie finde ich den passenden Beruf für mich? Diese Frage steht an der AES - ebenso wie an weiteren Schulen in Remscheid - seit vielen Jahren im Fokus. Nach und nach ist ein ausgeklügeltes System der Berufsorientierung entstanden. Angefangen in der 5. Klasse bis hoch in die Oberstufe absolvieren die Schüler die verschiedensten Module. Pascal, Björn und Sara aus der Mittelstufe etwa haben über ein Schnupperprojekt im Berufsbildungszentrum der Industrie erfahren, dass ein Metall-Beruf vielleicht das Richtige für sie sein könnte: Das Bauen eines eigenen Ampel-Männchens überzeugte auch Jugendliche von der Fachrichtung, die damit nie gerechnet hätten.

Eltern und ehemalige AES-Schüler berichten aus erster Hand über ihre Berufe; Bewerbungstraining und Assessment-Center, eine Uni-Schnupperwoche, Girl´s- und Boy´s-Day - vielfältige Bausteine gehören zum Berufswahlkonzept. Etliche davon gibt es auch an anderen Schulen. "Das Besondere bei uns ist das Gesamtpaket", sagt Gudrun Schindler, die Studien- und Berufswahlkoordinatorin der AES: Alles baut konzeptionell aufeinander auf.

Wie viel Arbeit in einem solchen Konzept steckt, weiß Lis Buschulte allzu gut: Auch das Röntgen-Gymnasium ist mit dem Berufswahl-Siegel ausgezeichnet worden, ebenso die Hauptschule Hackenberg.

"Umfassende Berufsorientierung ist eine der wichtigsten Aufgaben"

"Für uns war das besonders mit Blick auf den Doppeljahrgang wichtig, auch um den Jugendlichen die Angst zu nehmen", sagen Lis Buschulte und Schulleiter Matthias Lippert. Ziel aller Angebote: Die Jugendlichen selbstständig ihren Weg finden lassen. Ergebnis: Etwa 45 Prozent der Rögy-Abiturienten starten ins Studium, einige absolvieren eine normale Lehre, andere eine duale Ausbildung, andere gehen erstmal ins Ausland - "und es gibt nur noch einige wenige Unentschlossene", sagt Lis Buschulte.

Auch Dirk Schönwetter, Leiter der GHS Hackenberg, konnte die Urkunde als Schule mit vorbildlicher Berufsorientierung entgegen nehmen. "An der Hauptschule ist die umfassende Berufsorientierung eine der wichtigsten Aufgaben", sagt er: "Das Berufswahlsiegel ist der Lohn für viele Jahre engagierter Arbeit an der GHS Hackenberg in diesem Bereich."

AES UND KARL KIND SCHON ZWEI MAL AUSGEZEICHNET

AUSGEZEICHNET Folgende Remscheider Schulen sind Träger des Berufswahlsiegels: Heinrich-Neumann-Schule, Karl-Kind-Schule (als erste Remscheider Schule, inzwischen rezertifiziert), Alexander-von-Humboldt-Realschule, Sophie-Scholl-Gesamtschule sowie neu die GHS Hackenberg, Röntgen-Gymnasium und Albert-Einstein-Gesamtschule (als zweite Remscheider Schule, inzwischen rezertifiziert). Das Siegel gilt für jeweils vier Jahre.

BERUFSWAHLSIEGEL Die Ausschreibung zum Berufswahl-Siegel vergibt die Vereinigung der bergischen Unternehmensverbände gemeinsam mit Industrie- und Handelskammern, den Kreishandwerkerschaften, dem Arbeitgeber-Verband Remscheid sowie der Agentur für Arbeit und den Schulämtern.

(Quelle: RGA-Online vom 09.07.2013 / Von Kerstin Neuser)