Hola: Schüler von drei Schulen lernen zusammen Spanisch

LENNEP Haupt-, Realschule und Röntgengymnasium starten ein innovatives Projekt. Es bietet den Schülern neue Perspektiven - und soll den Schulwechsel erleichtern. Drei Lenneper Schulen machen gemeinsame Sache: Mit einem innovativen Schul-Projekt beschreiten Hauptschule Hackenberg, Albert-Schweitzer-Realschule und Röntgen-Gymnasium Neuland.

Gemeinsam wollen sie ab dem kommenden Schuljahr Spanisch-Unterricht für Kinder ab Klasse 8 anbieten.

"Wir wollen dieses Schulentwicklungsvorhaben beantragen", sagt Rögy-Leiter Matthias Lippert, "und wir hoffen, dass wir nach den nächsten Sommerferien dann starten können." Das Ministerium muss noch grünes Licht geben.

Erstmals können dann auch Achtklässler von der Albert-Schweitzer-Realschule und der GHS Hackenberg Spanisch als Fremdsprache wählen. Der Unterricht findet gemeinsam im Röntgen-Gymnasium statt.

Dahinter stecken zwei Ideen: Zum einen eröffnen sich damit ganz neue Möglichkeiten für viele Lenneper Schüler. "Nach drei Jahren hat man eine Fremdsprache relativ vernünftig erlernt und kann damit sicherlich auch in Bewerbungen punkten."

Zum anderen aber senkt ein solches Projekt die Schwellen zwischen den einzelnen Schulformen. Begabte Schüler von Real- und Hauptschule lernen den Unterricht am Gymnasium kennen - und andersherum kommen die Gymnasiasten in Kontakt mit Real- und Hauptschülern. Spätere Wechsler profitieren davon.

Das Projekt ist in einer Dreierrunde von Matthias Lippert (Rögy), Dirk Schönwetter (Hauptschule) und Jörg Bergemann (Realschule) entstanden. "Es gibt den klaren politischen Auftrag an die Lenneper Schulen, die Durchlässigkeit des Systems zu fördern", sagt Lippert, "und ich denke, dass dieses Projekt - das übrigens schon vorher geplant war -, dem entspricht."

Ein Baustein auf dem Weg zu besseren Bildungsabschlüssen

Hintergrund ist die Frage, wie das Niveau der Bildungsabschlüsse in Remscheid steigen kann und mehr Schüler zum Abitur geführt werden.

Der gemeinsame Spanisch-Unterricht soll ein Baustein dazu sein: Ohne diese Vorarbeit können Schulwechsler in der Oberstufe keinen Spanisch-Leistungskurs wählen. So halten sie sich alle Möglichkeiten offen. Aber auch jene, die gerade mit Fremdsprachen ihre Probleme haben, können profitieren - indem sie früher ihre Pflicht-Zeit an Fremdsprachen fürs Abi abhaken können. "Danach können sie sich auf ihre Schwerpunkte zum Beispiel in den Naturwissenschaften konzentrieren."

Vertiefungs-Kurs garantiert gleiche Voraussetzungen für Schulwechsler

Gleiche Startvoraussetzungen für jene, die von Real- oder Hauptschule in die gymnasiale Oberstufe wechseln, sind jedenfalls garantiert: "Haupt- und Realschüler haben ein Jahr mehr Zeit": Sie wiederholen in Klasse 10 alles Gelernte.

Während die Gymnasiasten nach Klasse 9 bereits in die Oberstufe wechseln, machen Haupt- und Realschüler erst nach Klasse 10 ihren Abschluss und können dann wechseln.

In diesem einen Jahr findet aber für die Albert-Schweitzer- und GHS-Schüler weiter Spanisch-Unterricht statt. "Sie wiederholen dann nochmal in Ruhe alles, was bis dahin gelaufen ist", erklärt Matthias Lippert.

Vorteil für die Gymnasiasten: Auch sie können bei Bedarf zusätzlich diesen Kurs belegen - sozusagen als Nachhilfe neben dem normalen Schulbetrieb. "Am Ende profitieren alle."

(Quelle: rga-online vom 22.09.2012 / von Kerstin Neuser)