Schul-Kooperation hat sich bewährt

Quelle: RP/Autor: Henning Röser/Foto: Röser

Die Zusammenarbeit der drei weiterführenden Schulen in der "Bildungslandschaft Lennep" trägt Früchte. Beim heutigen Tag der offenen Tür werden Eltern wieder gemeinsam zur Schullaufbahn ihrer Kinder beraten.

Die Chancen der Schüler auf den bestmöglichen Bildungsweg verbessern. Mit diesem ehrgeizigen Ziel sind die drei weiterführenden Schulen in Lennep Anfang 2015 als "Bildungslandschaft" eine Kooperation eingegangen. Drei Jahre später sagen die Schulleiter mit Überzeugung: Das Modell, das die Durchlässigkeit zwischen den Schulformen erleichtern will, hat sich bewährt.

Im vergangenen Jahr wechselten insgesamt 40 Schüler die Schulform. In wechselnde Richtungen. Mal von der Realschule zum Gymnasium, mal von der Hauptschule zur Realschule. Aber auch Wechsel in die andere Richtung kommen vor. "Wir behandeln das so flexibel wie möglich", sagt Jörg Bergemann, Schulleiter an der Albert-Schweitzer-Realschule. Eine mehrwöchige Hospitation in der anderen Schule dient jeweils als Testlauf. Funktioniert das, gehe der Wechsel unbürokratisch von der Hand. Diese Probezeit sei wichtig, denn die Schüler seien sich oft unsicher, ob sie im neuen Umfeld klar kommen. Nicht nur Wissensfragen spielen da eine Rolle, sondern auch die Sorge, wie man persönlich in der neuen Schule aufgenommen wird. Die Kooperation sorgt hier vor. Paten helfen den Wechslern bei der Eingewöhnung.

Als eine Erfolgsformel erweist sich dabei die gemeinsame Beratung der Eltern. Beim heutigen Tag der offenen Tür sind in den Schulen wieder Vertreter aller drei Lenneper Schulformen präsent und beraten Eltern und Schüler bei der Wahl der richtigen Schulform. "Es gibt keine Konkurrenz", sagt Jörg Bergemann. Es gehe nicht darum, die eigene Schule gut aussehen zu lassen.

"Es kommen ja meist die, die unsicher sind", sagt Matthias Lippert, Rektor des Röntgen-Gymnasiums. Wenn die Lehrer erklären, dass ein Wechsel der Schulform auch nachträglich immer noch möglich ist, entspanne das die Situation merklich, berichtet Lippert.

Die Durchlässigkeit der Schulkooperation bekommt vor dem Hintergrund der Zuwanderungswelle der vergangenen Jahre eine neue Bedeutung. Die Einschätzung der schulischen Leistungen von Kindern aus Syrien oder dem Irak ist viel schwieriger. Es gibt keine Zeugnisse aus der Grundschule, keine Empfehlungen für eine Schulform. So stellt sich oftmals erst nach einiger Zeit heraus, wo die Kinder und Jugendlichen am besten aufgehoben sind.

Neu im Team ist Claudia Simon. Die frisch ernannte Schulleiterin der Hauptschule Hackenberg sieht die Kooperation als "große Chance" - für ihre Schüler, aber auch für die Lehrer. "Hauptschullehrer sind oft Einzelkämpfer", sagt sie. Die schulformübergreifende Zusammenarbeit sei für viele Neuland.

Gestern bereitete das Schulleiter-Trio zusammen mit Lipperts Stellvertreter Thomas Benkert die Sitzung des Beirates im März vor. Ein Thema wird dabei die Idee sein, gemeinsame Bildungs-Angebote im Bereich der Digitalisierung zu schaffen. "Das Smartphone-Zeitalter betrifft alle Schulformen", sagt Lippert. Gerne würden die drei Schulen ihren Etat für dieses Thema zusammen in ein Projekt investieren.

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Teamplayer: Thomas Benkert (Rögy), Claudia Simon (Hauptschule Hackenberg), Matthias Lippert (Rögy), Jörg Bergemann (Albert-Schweitzer-Realschule). FOTO: Röser