RöGy beginnt Austausch mit England

Nach Frankreich, Spanien und China beginnt das Lenneper Röntgen-Gymnasium nun einen Austausch mit Großbritannien. Besser gesagt: Es lässt ihn wieder aufleben.

Nachdem die Kontakte nach Ashington im Norden der Insel vor vielen Jahren zu Wansbeck-Zeiten eingeschlafen waren, reist eine erste Schülergruppe in die neue Partnerstadt. 24 Schüler und drei Lehrer besuchen vom 19. bis 26. September die Northumberland Church of England Academy (NCEA).

Die Gesamtschule wird Partner des Rögy. Nachdem die Partnerschaft zwischen Remscheid und Ashington sowie Newbiggin-by-the-sea jüngst auf Rathausebene besiegelt wurde, machten auch die Schulleiter Nägel mit Köpfen. Andrew Day auf britischer Seite und Matthias Lippert in Lennep verständigten sich auf einen jährlichen Austausch. „Denn Fremdsprachlernen ist auch kulturelles Lernen“, betont Lippert.

Schulcampus in der Partnerstadt machte die Rögy-Lehrer sprachlos

Die Fachschaft Englisch im Kollegium steht hinter der Entscheidung und setzt sie um. Alexander Schmidt, Miriam Gehrke und Stefanie Pirags werden die Siebtklässler begleiten. Jeweils acht Schüler aus jeder der drei Klassen in der Stufe - die Hälfte Mädchen, die Hälfte Jungen – setzen mit der Fähre von Amsterdam nach Newcastle über, und werden aus der Küstenstadt mit einem mitgenommenen Bus nach Ashington gebracht.

Dort erwartet die Remscheider mit der NCEA eine anglikanische Schule nach den allerneuesten Standards. „Der Josephine Butler Campus in Ashington ist absolut sehenswert“, erklärt Stefanie Pirags, die die 28 000 Einwohner-Stadt von zahlreichen Besuchen kennt. „Die Ausstattung der Schule, die einen Teil des Campus belegt, ist fantastisch. Wir waren sprachlos, als wir dort zum ersten Mal rumgeführt wurden.“ Bildung ist der Trumpf, auf den die strukturschwache Region nach dem dramatischen Niedergang des Bergbaus setzt.

Wirtschaftskraft hat der Landstrich noch nicht wieder zu bieten, nur langsam geht die Arbeitslosigkeit zurück. Die mitreisenden Pädagogen haben den Jugendlichen deshalb auf den Weg gegeben: „Mit dem eigenen Lebensstandard lässt sich der eurer Gastgeber nicht vergleichen.“ Die Unterbringung erfolgt in einer Jugendherberge, dem Alnwick Youth Hostel. Das Austauschprogramm sieht einen täglichen Unterrichtsbesuch in der Ganztagsschule vor - zumindest bis nach der Mittagsverpflegung. Auch Sightseeing wird nicht zu kurz kommen.

„Northumberland ist eine Gegend, die vielleicht nicht in jedem Reiseführer groß rauskommt, aber sie hat einiges zu bieten“, verspricht Alexander Schmidt. Besucht wird der Hadrianswall, ein römisches Grenzbefestigungssystem, das Woodhorn Museum, das die Geschichte der Region mit dem Bergbau beleuchtet sowie das Alnwick Castle, Englands zweitgrößter Adelssitz und einer der Drehorte für die Harry-Potter-Filme.

Die Remscheider Jugendlichen werden von Gleichaltrigen in ein Jugendzentrum eingeladen und sie werden auch einen typisch britischen Pub kennenlernen. Dort wird für die Minderjährigen zwar kein Alkohol fließen, aber sie werden „pub food“ testen. Pies und Fish´n´Chips zählen dazu.

An der NCEA in Ashington wird Deutsch nicht angeboten

An der NCEA wird Deutsch nicht als Fremdsprache angeboten. Dennoch sind die Briten begeistert von der Idee, über den Tellerrand zu schauen und sich auf ein Nachbarland einzulassen. Die Menschen dort beschreiben Pirags und Schmidt als „sehr offen“. Gute Voraussetzung für eine langfristige Bindung zwischen den weiterführenden Schulen. Geplant ist, die Unterbringung später von Jugendherbergen in Familien zu verlagern. Geplant ist auch, die Kapazität der Reisegruppe zu erhöhen.

„Auf 30 Schüler wollen wir sie später einmal ausbauen“, erklären Pirags und Schmidt. Das Interesse ist jedenfalls vorhanden. Die 24 Plätze für die bald beginnende Woche mussten am Rögy ausgelost werden. „Wir hätten mit doppelt so vielen Schüler nach Ashington fahren können“, meint Stefanie Pirags.

 


 

SCHULAUSTAUSCH RÖGY

PARTNERSCHAFT Die Northumberland Church of England Academy in Ashington wird die vierte Partnerschule des Rögy. Daneben gibt es die Wenling No. 2 High School in Wenling (China), die Ste Geneviève in Asnières-sur-Seine (Paris) in Frankreich sowie die IES Madrid Sur (Vallecas) in Spanien. Desweiteren gibt es gute Kontakte ins sächsische Pirna.

(Quelle: RGA-Online vom 15.09.2015 - Von Andreas Weber)