Schüler des Röntgen-Gymnasiums im Berufsorientierungscamp

Die Lebensplanung schon recht früh beginnen

(Le./ka) Sich schon früh mit der Zukunft beschäftigen, Lebensziele ins Auge fassen und sich über die nächsten 60 Jahre Gedanken machen – das sollen Schüler bereits in der zehnten Klasse. Das Röntgen-Gymnasium fördert schon seit Langem diese vorausschauenden Maßnahmen, damit die Jugendlichen später nicht nur arbeiten, um Geld zu verdienen, sondern auch eine Tätigkeit ausüben, die Spaß macht.

Diesmal hatte die Agentur für Arbeit die Bemühungen der Schule durch Fördermittel in Höhe von 7.500 Euro unterstützt. 87 Schüler kamen daher für ein zweitägiges Berufsorientierungscamp dort zusammen, wo nach den Worten von Schulleiter Matthias Lippert „der Hund begraben liegt“, nämlich in der Jugendherberge Radevormwald ganz am Stadtrand. Jetzt sei es an der Zeit, so sagte er, die Weichen für die Zukunft zu stellen und dabei wolle die Schule „den jungen Leuten auf den Weg helfen“. Das erscheine insbesondere insofern wichtig, als die Anzahl der Studienabbrecher noch recht hoch ist, meinte Ute Ackerschott, Leiterin der Agentur für Solingen und Remscheid. „Bin ich der richtige Typ für das Studium?“ solle sich jeder fragen.

In fünf Gruppen arbeiteten die Teilnehmer unter Leitung von professionellen Trainern daran, etwas über Teamarbeit, Motivation und Freude am Erreichten zu erfahren. Zum Beispiel ging es darum, sich gegenseitig möglichst rasch einen Softball zuzuwerfen, was beim ersten Mal in 9,6 Sekunden gelang. Als nächstes rückten die Schüler näher zusammen, um die Zeit zu verkürzen und entwickelten dann immer neue Ideen, wie sie die ihre eigene Bestzeit unterbieten könnten, bis sie bei einer halben Sekunde angekommen waren.

Danach kam die Analyse, in der gemeinsam überlegt wurde, was denn zum Ergebnis beigetragen hatte – Motivation, Teamwork und Ideen, aber auch Ehrgeiz, Kreativität und Zielstrebigkeit. Schon nach einer guten halben Stunde gab es großes Erstaunen darüber, dass junge Menschen, die sich teilweise bisher überhaupt nicht näher kannten, zu so viel gemeinsamem Tun zusammenfinden können und letztlich noch ein großartiges Erfolgserlebnis haben.

Immerhin sind es an die 350 Berufe, unter denen Schulabgänger wählen können und so erscheint es wichtig, auch zu erfahren, welche Berufsrichtungen jemandem überhaupt nicht liegen könnten. Das Camp soll dabei eine praktische Hilfe sein. „Raus aus der gewohnten Umgebung und sich an einem ganz anderen Ort fern der Schule trauen, auch Ungewohntes auszusprechen“, laute jetzt die Parole, meinte Lippert. Das scheint auch der richtige Zeitpunkt zu sein, denn im Januar gehen die jungen Leute dieses Jahrgangs ins Praktikum und machen damit den nächsten Schritt zur Zukunftsplanung.

Quelle: Verlag SonntagsBlatt Ausgabe 51