RöGy setzt sich für gerecht gehandelte Produkte und nachhaltigen Anbau ein

Von Jasmin Wittkowski

An den Auftritt von Magda Reza denken die Schüler des Röntgen-Gymnasiums (Rögy) noch heute gerne zurück. Die Kaffeebauerin aus Peru besuchte sie im vergangenen Schuljahr, ihr Vortrag über die Probleme im Kaffeeanbau und die Auswirkungen von fairen Arbeitsbedingungen auf ihr Tun beeindruckte:

"Sie erlebt tagtäglich das, wofür wir mit unseren Projekten einstehen", sagen die neuen Mitglieder der Fairtrade AG.

Das Team unter Leitung von Lehrer Ralf Giefers-Kremer setzt sich seit April 2013 dafür ein, den Gedanken des fairen Handels in ihrer Schule und in Remscheid zu etablieren - ein Projekt, das ihnen im Sommer bereits den dritten Platz beim 1. Remscheider Schulpreis einbrachte, verliehen vom RGA und der Volksbank Remscheid-Solingen.

Faire Limonade verkauft sich gut, Schokolade läuft eher schleppend

Letzte Woche Freitag wurde ihr unermüdliches Engagement erneut mit Erfolg gekrönt: Maike Schliebs von Fairtrade Deutschland überreichte eine Urkunde, die das Rögy als "Fairtrade-School" ausweist. Es ist die erste dieser Art in Remscheid. Anderthalb Jahre lang hatte das Team benötigt, um die fünf Kriterien zu erfüllen, die der Titelerwerb voraussetzt. Dazu zählt auch der Verkauf von fairen Waren in der Schule. Die Produkte, erworben beim Lüttringhauser Flair-Weltladen, bietet das Rögy in der Mensa an - und stößt damit derzeit noch auf gemischte Resonanz. So findet die fair gehandelte Limonade reißenden Absatz, "weil die konkurrenzlos ist", weiß Alicia Heilmann (16) von der AG.

Problematischer sieht es aus beim Verkauf von Schokolade: Nach wie vor greifen die Schüler überwiegend zu den Ein-Euro-Päckchen eines namhaften Herstellers und lassen das faire Produkt links liegen. "Das Verhältnis ist im Moment noch unausgeglichen", räumt Giefers-Kremer ein. "Vielen ist die Fairtrade-Schokolade einfach zu teuer." Die Team-Mitglieder sind sich indes sicher, dass ihre Mitschüler mit der Zeit auf den fairen Geschmack kommen. "Es ist auch schon besser geworden", haben sie in der Mensa beobachtet.

Am dauerhaften Erfolg zweifelt man am Rögy nicht. "Fairtrade hat sich hier zum Selbstläufer entwickelt", stellte Schulleiter Matthias Lippert fest. Die Vernetzung mit anderen Remscheider Einrichtungen möchten die Aktiven künftig ausbauen. "Wir wollen als Schule mit gutem Beispiel vorangehen", erklärt Alicia Heilmann. Remscheid sähen indes alle Mitglieder gerne als Fairtrade-Stadt und sichern tatkräftige Unterstützung zu. "Bislang haben wir uns darauf konzentriert, das Rögy zur Fairtrade-Schule zu machen", sagt Team-Mitglied Klara Stausberg (14). "Jetzt können wir endlich neue Aktionen anpacken."

DIE KAMPAGNE

FAIRTRADE-SCHOOLS Das Projekt startete im August 2012 und wird von dem Verein TransFair getragen. 76 Schulen haben derzeit in Deutschland diesen Status. Zwei Jahre nach Titelvergabe überprüft die Organisation, ob die Schule noch alle Kriterien erfüllt.

(Quelle: rga-online vom 17.09.2014)

 

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