Schulpreise gehen vor allem an soziale Projekte

Nicht sich, sondern andere im Blick haben: Bei den ausgezeichneten Projekten der weiterführenden Schulen war das in diesem Jahr Programm. Den Hauptpreis und damit 2000 Euro hat die Jury dabei den "Glücklichmachern" zuerkannt. Das nämlich steht nicht nur auf den T-Shirt von 20 Schülern der Hauptschule Wilhelmstraße - sondern ist auch ihr Motto.

Wenn andere ihre Freizeit genießen, tun sie etwas Gutes: Sie spenden ihre Zeit. "Stop chilling, start helping" nennen sie das selbst. Sie helfen einmal in der Woche ehrenamtlich in sozialen Einrichtungen; zum Beispiel im Pflegeheim, im Sana-Klinikum oder im Kaufhaus Remscheid. "SoPra" nennt sich das Projekt; das Kürzel steht für Sozialpraktikum; fester Kooperationspartner ist die Kraftstation.

Kinonachmittag für die OGGS-Kinder der Daniel-Schürmann-Schule organisieren

280 Stunden ehrenamtlich geleistete Arbeit sind, neben dem normalen Schulalltag in diesem Jahr zusammengekommen. Bald helfen die SoPra-Schüler in der OGGS der Daniel-Schürmann-Grundschule. Viele Kinder dort kommen aus Familien, die sich einen Kino-Nachmittag nicht mehr leisten können, seit es kein Kino mehr in Remscheid gibt. Die SoPra-Schüler würden die OGGS-Kinder der Daniel-Schürmann-Schule deshalb zu einem Kinonachmittag in Wuppertal oder Solingen einladen.

Der zweite Preis und damit 1000 Euro gingen an die Alexander-von-Humboldt-Realschule. Schulleiterin Sabine Ernst, ihre Schüler und Kollegen kamen aber nicht allein zur Preisverleihung auf die Bühne. Mit dabei war auch eine Seniorin aus dem Altenzentrum Wiedenhof. Aus gutem Grund: Das Treffen der Generationen ist an der AvH Programm.

Unter dem Motto "Engagiert für Remscheid" setzen sich die Realschüler seit Jahren für wohltätige Zwecke in Remscheid ein. So laden die Schüler bei ihren "Seniorennachmittagen" die Bewohner von Altenwohnheimen in ihre Mensa ein. Sie servieren Kaffee und Kuchen, machen Brettspiele und kommen so schnell mit den älteren Herrschaften ins Gespräch.

Das ist ein willkommener Tapetenwechsel für die Senioren und eine spannende Erfahrung für die Jugendlichen. Schulleiterin Sabine Ernst betonte, dass das Konzept viel weiter geht: "Wir bringen unsere Schüler auch mit Ehemaligen zusammen, die vor 40, 50 oder noch mehr Jahren bei uns ihren Abschluss gemacht haben."

Den dritten Preis - je 500 Euro - hat die Jury angesichts der vielen Bewerbungen gleich zwei Mal vergeben. Zum einen an Schüler, die eine wichtige Frage in den Mittelpunkt ihres Handelns stellen: Wie kann jeder von uns die Welt ein kleines Stück verbessern? Für viele Schüler des Röntgen-Gymnasiums (RöGy) liegt die Antwort auf der Hand: Indem wir Produkte aus fairem Handel kaufen, für die weder die Umwelt zerstört noch Menschen ausgebeutet werden.

Die AG Fairtrade rund um Lehrer Ralf Giefers-Kremer setzt sich am Rögy dafür ein, diesen Gedanken weiter zu verbreiten. "Am Kiosk der Schulmensa zum Beispiel können die Schüler faire Schokolade, Limonade und vieles mehr kaufen", berichtete Jurymitglied Jörg Biermann. Entstanden ist die AG Fairtrade nicht im Lehrerzimmer, sondern durch eine Schülerinitiative. Dafür gab es 500 Euro, um den Fairtrade-Gedanken künftig durch bessere Werbung, Infostände in den Pausen und T-Shirts aus fairer Produktion bekannter zu machen.

Nelson-Mandela-Schule stellt das "Wir" in den Mittelpunkt

Zum anderen konnte sich auch das Schulleiter-Duo Jutta Paul-Fey und Heike Wiegand von der Nelson-Mandela-Sekundarschule über einen dritten Preis und damit 500 Euro freuen. Die Sekundarschule ist die "Neue" in Remscheid, denn erst seit einem Jahr bereichert diese Schulform Remscheids Bildungslandschaft.

Sie ist eine Schule der Vielfalt, eine inklusive Schule - eine Schule für alle, die sich auch nach außen öffnet. Dazu stehen auch ungewöhnliche Projekte auf dem Stundenplan. So wie das Projekt "Farbenspektakel". Gemeinsam mit Schülern der privaten Realschule Boltenheide haben die Nelson-Mandela-Schüler dieses interkulturelle Tanzprojekt auf die Bühne gebracht und viel Applaus dafür bekommen.

Die Botschaft lautet: Wir sind alle eins, ungeachtet der Hautfarbe und Nationalität. Sogar bei der deutsch-türkischen Kulturolympiade in Düsseldorf ist das "Farbenspektakel" aufgeführt worden - vor großer Kulissevon 8000 Zuschauern.

(Quelle: RGA-Online/ Von Kerstin Neuser)