Ein Hilferuf aus Peru

Die 57–jährige Kaffeebäuerin Magda Reza besuchte zugunsten der Fairen Woche das Röntgen-Gymnasium. Ihre Berichte machten nachdenklich.

Zwei Wochen lang ist die Peruanerin Magda Reza durch Deutschland getourt um an Schulen über die Lebensqualität in ihrer Heimat zu berichten. Das Hauptaugenmerk hat sie dabei auf den Umweltschutz gerichtet. Die Dolmetscher Ilka Sonntag und Lola Heckmann machten die spanischen erzählungen für alle verständlich.

Die Welt verändert sich

Wenn die Folgen des Klimawandels schon von den einfachen Einwohnern wahrgenommen werden, sollten die Alarmglocken für alle klingeln. Diese Botschaft versuchte Magda Reza den interessierten Jugendlichen des Gymnasiums zu verdeutlichen. Oft hört man bereits über die gravierenden Ausmaße des Klimawandels, aber wer kann sich darunter etwas vorstellen?

Handfeste Tatsachen brachte dabei Magda Reza auf den Tisch: Auf ihrer Kaffeeplantage nahe der Provinzhauptstadt Satipo im Osten Perus musste sie bereits seit ihrer frühesten Kindheit mithelfen und so hat sie den besten Vergleich. Es wird immer heißer und während der Erntezeit setzt Regen ein. Durch die Hitze gedeiht ein Pilz, der die Kaffeepflanze befällt.

Für die Einwohner heißt das kämpfen: Ihre Existenz ist von der wichtigen Exportware abhängig. Angesichts der Folgen wird mit dem zusätzlichen Anbau von Kakao, Bananen und Yucca auf Produkterweiterung gesetzt und der Anbau der Arabica Bohnen bleibt auf der Strecke. Ihre erste Reise nach Europa hat sie unerwartet getroffen: Die Organisation Fair-Trade hat dies möglich gemacht. Als Vertreterin der Kaffeekooperative Sonomoro spricht sie für rund 100 Kleinbauerfamilien, die ihr Leid teilen.

Fair-Trade unterstützt dabei die Lebensqualität, setzt sich für den Schutz der Umwelt ein und schafft Arbeitsplätze. Auf einer Übungsfarm werden Methoden zum nachhaltigen Pflanzenschutz, Wasserrecycling und Wiederaufforstung vermittelt. Über ihren Alltag als Kaffeebäuerin, die großen Herausforderungen durch Klimaveränderungen sowie die Funktionsweise, Wirkung und konkrete Unterstützung durch Fair-Trade berichtet sie ohne zu ermüden. Ihre Betreuerin Katrin Reincke ist erfreut über das bisherige Engagement der Schüler und der Kaffeebäuerin: „Das ist ein kultureller Austausch, ich lerne auch total viel.“ Die Hoffnung auf eine Verbesserung der Lage bleibt, der erste Schritt dabei war, darauf aufmerksam zu machen.

Quelle: Lüttringhauser-Anzeiger Nr 41 vom 10.10.2013 /Von Reem Ouis