Das "RöLab" weckt den Forschergeist

Der Remscheider Erfindergeist ist keine Legende. Gemessen an ihrer Einwohnerzahler zählt die Stadt nach wie vor die meisten Patente deutschlandweit. Doch der Nachwuchs bei den Knösterpittern ist schon lange nicht mehr gesichert, sagt Matthias Lippert, Schulleiter des Röntgen-Gymnasiums:

 "Wir stellen fest, dass uns die Schüler von der Fahne gehen." Immer weniger Jungen und erst recht Mädchen begeistern sich für die Naturwissenschaften und sehen etwa in der Medizin und der Medizintechnik eine berufliche Zukunft. Also ist es Zeit, gegenzusteuern. Zum Beispiel mit dem Remscheider Röntgenlaboratium, kurz RöLab. Ab dem kommenden Dienstag, 8. November, soll das Gemeinschaftsprojekt des Röntgen-Gymnasiums, der Grundschule Hackenberg und des Deutschen Röntgen-Museums die Welt der Physik begreifbar machen.

"Wir haben damit Großes vor", sagt Dr. Uwe Busch, Chef des Museums am Rande der Lenneper Altstadt. Das RöLab ist das erste Schülerlaboratorium seiner Art in NRW und will Jungen und Mädchen jedes Alters erreichen: von der "Werkstatt der kleinen Röntgenforscher" der Grundschule bis hin zu den Experimentier- und Seminarräumen des Gymnasiums. Zudem soll das RöLab allen Schulen in Remscheider zur Verfügung stehen. Das eigene Experimentieren und Ausprobieren wird darin im Mittelpunkt stehen. An Ultraschall- und auch Röntgengeräten zum Beispiel. Vier Schülerröntgengeräte stehen dem RöLab bereits zur Verfügung. "Wir wollen aber zehn haben", sagt Busch. Das Stück für
15.000 Euro.

Mithin sind die drei Bildungspartner noch auf der Suche nach weiteren Unterstützern. Eingebunden in ein Netzwerk sind sie bereits. So ist unter anderem die Uni Wuppertal ein wichtiger Partner für das RöLab Remscheid. Dass das selber Ausprobieren nicht nur bei Kindern und Jugendlichen Empathie weckt für die Welt der Naturwissenschaftler wissen die Museumsmacher. Für den weiteren Ausbau des Deutschen Röntgen-Museums denken sie deshalb daran, eine ganze Etage in ein großes Laboratorium zu verwandeln. Kulturdezernent Dr. Christian Henkelmann: "Damit sind wir nah am Bildungsmarkt und dem, was ein lebendiges Museum ausmacht." 

Quelle: Artikel vom: 03.11.2011 / von Axel Richter