Die EU und die Migrationsfrage: Wir diskutieren im Rahmen eines Planspiels.

Gerade ist in Europa viel in Bewegung. Großbritanniens bevorstehender Austritt aus der EU, Italiens Haushaltsstreit mit der Kommission oder aber Polens immer weiter fortschreitende Nationalisierung und die damit verbundene Diskussion über die Pressezensur sind nur wenige Themen, die aktuell immer wieder in den Medien auftauchen.

Das Thema Europa ist wichtig und erhält mehr Aufmerksamkeit als jemals zuvor, nicht zuletzt durch die bevorstehende Europawahl. Somit steht die Frage nach der Zukunft Europas im Zentrum. Es ist unsere Zukunft und leider erhält dieses Thema in unserer Generation oftmals nur wenig Aufmerksamkeit.

Zu wenig findet auch die Landeszentrale für politische Bildung in Düsseldorf und bietet daher Aktionen und Programme an, um uns Europa und die EU näherzubringen. Am besten geschieht dies möglichst praxisnah und spielerisch, deshalb nahmen wir als SoWi-LK an dem Planspiel „Festung Europa?“ teil: Jugendliche sollen mit Hilfe dieses Spiels die Möglichkeit bekommen, echte Problemfälle der EU in großer Runde auf einem erdachten Sondergipfel zu besprechen.

Dieses passte für uns nun perfekt in die aktuelle Unterrichtsreihe über die EU. Jeder Schüler und jede Schülerin unseres Kurses nahm eine Rolle, entweder als Regierungschef oder Innenminister eines Mitgliedsstaates, ein und bereitete die eigene Sichtweise auf das Thema Migration in der EU laut einer Rollenkarte vor. Zusätzlich wurde der Sondergipfel von zwei Schülern, die entweder die Rolle des Kommissionspräsidenten oder des Präsidenten des Europäischen Rates übernahmen, geleitet. Einem strengen Ablaufplan folgend, ging es darum, dass wir die Rollenkarten nutzen, um die jeweilige Position argumentativ darzulegen, um uns möglichst auf einen gemeinsamen, gesamteuropäischen Krisenplan für die Flüchtlingskrise zu einigen.

Anfangs verlief der inszenierte Gipfel recht lahm, da es für alle in unserem SoWi-LK eine neue Situation war. Zwischendurch wurden die Umstände durch unsere Pressevertreter, ebenfalls Mitschülerinnen und –schüler, etwas aufgelockert. Sie hatten die Aufgabe, über den Gipfel zu berichten und setzen manche eher inaktive Gipfelteilnehmer humorvoll in Szene.

Besonders die vielen verschiedenen Meinungen machten es aber schwierig, eine gemeinsame europäische Strategie zur Bewältigung der Flüchtlingskrise zu entwickeln. Nach knapp zwei Stunden waren die meisten erschöpft und drängten darauf, nun endlich einzelne Lösungsvorschläge zu beraten, um einen gemeinsamen Kompromiss zu finden. Zum Schluss verabschiedete der Gipfel dann einstimmig ein Papier, das alle Gipfelteilnehmer unterschrieben. Damit endete das Planspiel.

Insgesamt war es eine interessante Erfahrung für uns alle, allerdings fanden es viele zum Schluss ziemlich anstrengend, da die ganze Sitzung insgesamt recht lange dauerte. Trotz allem war es etwas Besonderes für unseren Leistungskurs, Politik selbst zu erleben und somit ein besseres Gefühl für Europa und die Europawahl im Mai zu bekommen. Die gewonnenen Erfahrungen werden bei dem ein oder anderen sicherlich auch das Interesse an Europa und der EU geweckt haben.

Ein Bericht von Daniel Pilz für den SoWi-LK der Q1

SoWi LK