Der Pianist Michail Lifits mal ganz privat :

Am Mittwoch den 11.10.2017 besuchte uns der Pianist Michail Lifits in unserem Musikgrundkurs der Jahrgangsstufe EF am Röntgen-Gymnasium in Lennep, Grund dafür war das am Abend statt findende Konzert der Bergischen Symphoniker im Teo Otto Theater, welches wir uns anhören wollten. Wie in den Jahren zuvor auch wurde ein solches Treffen an unserer Schule von unserer Lehrerin Frau Menze und der Organisatorin Frau Scheuber organisiert.

Schon vor der Stunde hatten die Jungs unseres Kurses unseren Musikraum so umgestaltet, dass wir in einem Stuhlkreis vor dem Pianisten sitzen konnten, um so eine angenehmere Atmosphäre zu schaffen. Als wir uns nach der Pause im Raum einfanden, kamen neben unserem Kurs auch noch 6 weitere Schüler des Rögys, 5 Schülerinnen und Schüler aus der Q1 und ein Schüler aus der 5ten Klasse, welche auch sehr interessiert waren, den Pianisten näher kennen zu lernen. Kurz bevor der Pianist Michail Lifits und Frau Scheuber eintrafen, informierte uns Frau Menze noch einmal über das Konzert am Abend. Als unsere zwei Gäste dann eintrafen, wurden sie freundlich von Frau Menze empfangen, darauf stellten sie sich kurz vor, wobei Herr Lifits direkt einen sehr sympathischen Eindruck machte. Fortan spielte er für uns seine Zugabe des letzten Konzertes, dort fing auch die ruhige, harmonische und gefühlvolle Stimmung an, welche den ganzen Besuch lang andauerte. Nun durften wir ihm sowohl berufliche als auch persönliche Fragen stellen. Zur ersten Frage, wo es darum ging ob er denn eine Familie hätte, antwortete er, dass er noch keine Kinder habe und dass seine Familie über die ganze Welt verstreut lebt, so zum Beispiel sein Bruder in Russland, seine Oma in Israel, seine Tante in New York und seine Eltern in Deutschland. Die nächste Frage, ob es für ihn schon immer klar war, dass er Pianist wird, beantwortet er damit, dass er zwar schon mit 6 anfing, da seine Mutter Musiklehrerin war und dies wollte, doch er erst mit etwa 12 Jahren wusste, dass er dies beruflich machen wollte. Danach wollten wir wissen, ob er noch ein anderes Instrument spielt, dazu erzählte er uns, dass er keines spielt, aber in seinem Studium zwei Jahre Blockflöte als Plichtinstrument spielen musste. Dazu sagt er auch noch, dass er mit 21 Jahren hauptberuflich Jazz Sänger werden wollte, was ihm sein Professor aber wieder ausredete. Und mit 16 fing er in Hannover an, zu studieren, lebte dann für 4 ½ Jahre woanders, von dort aus nach Italien und später wieder nach Hannover. Darauf folgte die Frage wo er wohnt, und wie konnte es auch anders sein, beantwortete er dies mit „Hannover“. Dazu beschrieb er Hannover als schöne Stadt, klein, aber so wirkend wie eine Großstadt. Er hat dort seinen Wohnsitz, wo er gerne hinkommt, um sich auszuruhen, so wie auch seinen gesamten Freundeskreis. Zu der nächsten Frage, was er beruflich als Alternative machen würde, erzählte er, dass er zuerst Pilot werden wollte, da dies ihn sehr interessiert hat, aber er später auch noch darüber nachgedacht hat, etwas mit Fotografie oder Webdesign zu machen. Danach wurde gefragt, welche Komponisten er spielt und mag, worauf er uns ein paar aufzählte, so zum Beispiel Schubert, Mahler Symphonien, Liszt und Mozart. Zu Schubert, Mozart und Schostakowitsch hat er ein paar Stücke auf CD aufgenommen. Zudem sagte er auch noch, dass wenn er Schubert vor anderen Leuten spielt, es so wäre, als würden alle sein Tagebuch lesen, also sehr intim für ihn. Fortan wollten wir wissen was ihm am Klavierspielen begeistert, dies beantwortet er damit, dass er sich so am besten ausdrücken kann. Als nächstes fragte einer, ob er schon jemals auch selber komponiert hätte, worauf er sagt, dass er in seiner Kindheit nur manchmal improvisiert hat, und nur einmal schnulzige Liebeslieder versucht hat, zu komponieren. Auch erzählte er, dass er in einer TV – Show als Kind, mitgemacht hatte, wo er improvisieren musste und nach seiner Aussage ziemlich moppelig war. Woraufhin er noch erklärte, dass er dann mit 16 Jahren dünn wurde und einmal wegen einem Asthmaanfall klinisch tot war.

Da wir dann keine Fragen mehr hatten, spielte er uns verschiedene Teile, des Konzertes, welches wir am Abend hören sollten vor, wozu er extra die Noten mitgebracht hatte. Dazu stellten wir uns alle um den Flügel und konnten ihm so aus nächster Nähe auf die Finger gucken.Als er spielte schien es, als sei er eins mit dem Klavier, seine Mimik und Atmung, sowie Körperbewegung passte er an die Melodie an und seine Finger schwebten förmlich über die Tasten. Da unsere Stunde dann auch ihr Ende nahm, verteilte er noch Autogramme, an die, die interessiert waren. Im Großen und Ganzen war es ein sehr interessanter Besuch, und es war eine Abwechselung im Schulalltag. Auch andere Schülerinnen und Schüler sprachen über ihn in den höchsten Tönen, als wir sie zu dem Besuch befragten, so zum Beispiel Nadja : “Also ich fand den Besuch überwältigend, und dass er so offen mit den Fragen umgegangen ist war toll, so ebenfalls wie er gespielt hat.“ Oder auch Agni : “Ich fand den Besuch sehr interessant, vor allem weil ich auch selber Pianist bin, und noch nie einen professionellen Pianisten traf. Ich fand es außerdem gut, dass wir ihm so viele Fragen stellen durften, wodurch wir auch persönliche Informationen erfahren haben. Und das Beste für mich war, dass er seine Emotionen so offen zeigte während er gespielt hat, was man vor allem an seiner Atmung gemerkt hat.“ Die Stunde verlieh uns allen auch nochmals große Vorfreude auf das bevorstehende Konzert, wo wir Michail Lifits ebenfalls erleben würden.

 

Bericht von Yasmin Schmirnbach & Lara Hahn, 15.10.2017

  • 20171011_120738
  • 20171011_125525
  • 20171011_125538
  • 20171011_125542
  • 20171011_125650
  • 20171011_125809
  • 20171011_125817
  • 20171011_125821
  • 20171011_130340